Admiral Graf Spee

Admiral Graf Spee

Eigner: Hartmut Weckers

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Das Panzerschiff „ADMIRAL GRAF SPEE“ war das letzte von drei Schiffen der Deutschland–Klasse, die nach den Versailler Verträgen von der neu gegründeten „Vorläufigen Reichsmarine“ gebaut und in Dienst gestellt wurde. Bereits ab 1920 wurden die ersten Vorentwürfe erstellt. Dabei war die schwerste zu nehmende Hürde das Deplacement (10 000 ts nach dem Washingtoner Abkommen). Hinzu kam die Wahl der Bewaffnung, der Panzerung und der Antriebsanlage. Mit der Antriebsanlage beschritt die deutsche Marine einen völlig neuen Weg, der zugleich einmalig in der ganzen Welt werden sollte, es wurden Dieselmotoren eingeplant. Diese wurden dann von MAN entwickelt und gebaut. Der Vorteil dieser Antriebsanlage liegt auf der Hand: Wegfall der Dampfkessel = Raumgewinn und Personaleinsparung, sofortige Betriebsbereitschaft - auch für Fahrstufenänderung -, größerer Fahrbereich, leichte und saubere Brennstoffergänzung. Für die Hauptbewaffnung entschied man sich für das bewährte 28-cm- Geschütz in zwei Drillingstürmen. Die Ausstattung dieser zwei Türme mit den ausgefeilten Ladeeinrichtungen war bis 1945 eines der bestgehüteten Geheimnisse. Das Ausland bezeichnete diesen Schiffstyp als -pocket battleship- (Taschen-Schlachtschiff).

Die Kiellegung der „ADMIRAL GRAF SPEE“ erfolgte am 1.Okt. 1932 auf der Marinewerft in Wilhelmshaven. Der Stapellauf war am 30. Jun. 1934. Am 6. Jan.1936 wurde das neue Panzerschiff in Dienst gestellt. Die Kosten für das Schiff beliefen sich 82 Mio. Reichsmark. Nach den üblichen Erprobungs- u. Ausbildungsfahrten wurde das Schiff der Flotte zugeteilt.

Am 01. November 1938 übernahm KptzS  Hans Langsdorf das Kommando. Nach weiteren Ausbildungs- u. Auslandsfahrten, wurde am 21.August 1939 Wilhelmshaven verlassen. Das Schiff marschierte in den Südatlantik, um dort - für den Handelskrieg gerüstet - Warteposition zu beziehen. Am 26.September 1939 begann der Kreuzerkrieg. Innerhalb weniger Wochen wurden 9 Schiffe mit 50 089 BRT aufgebracht und versenkt. Dabei kam es zu keinem Todesfall auf Seiten der angegriffenen Schiffe.

Am 13.Dezember 1939 stieß die „ADMIRAL GRAF SPEE“ überraschend auf einen britischen Kreuzerverband unter Kommodore Harwood  mit dem Schweren Kreuzern EXETER, den beiden Leichten Kreuzern AJAX und ACHILLES. Es kam zu einem äußerst harten Gefecht (La Plata Gefecht). Die EXETER wurde kampfunfähig geschossen. Die AJAX und ACHILLES wurden teilweise schwer beschädigt. Aber auch die ADMIRAL GRAF SPEE wurde mehrfach getroffen, ihre Besatzung hatte 36 Gefallene und 60 Verwundete.

Um die Gefechtsschäden zu beseitigen ließ  KptzS Langsdorf Montevideo / Uruguay anlaufen. Internationale Vorschriften verboten einen über das erlaubte Maß hinausgehenden Aufenthalt in neutralen Häfen. Die von der Regierung Uruguay zugestandene Zeit von 72 Stunden reichte auf keinen Fall aus, um die Gefechtsschäden zu beseitigen. Des Weiteren war damit zu rechnen, dass die Briten in der Zwischenzeit weitere Marineeinheiten am Rio de La Plata  zusammen ziehen würden. Nachdem in Montevideo die Gefallenen unter Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt, und die Versorgung der Verwundeten sichergestellt waren, lief er mit einer kleinen Besatzung aus. Am 17.Dezember 1939 um 18:54 - 6 Seemeilen südwestlich von Montevideo in flachem Wasser - wurden die Sprengsätze zur Selbstversenkung gezündet. Nachdem die Besatzung sich in argentinische Gewässer begeben hatte und anschließend in Buenos Aires interniert worden war, wählte der Kommandant, KptzS Hans Langsdorf am 20. Dezember 1939 den Freitod.