HMS Blue-Bell

K80 - HMS Blue Bell

Eigner: Hartmut Weckers

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Die HMS Blue-Bell wurde im Juli 1940  von der Royal Navy unter dem Kommando von Oblt.z.S.G. H. Walker, RNVR (Freiwillige Marinereserve) in Dienst gestellt.

 

Sie diente im Atlantik, Mittelmeer und der Arktis und nahm auch an den Invasionen von Sizilien und Frankreich teil. 

 

Die Korvetten waren die Arbeitspferde des Geleitzugdienstes im Nordatlantik.  

 

Sie waren preiswert zu produzieren, ließen aber jeglichen „Komfort“ vermissen. Dennoch spielten sie eine entscheidende Rolle bei der Schlacht im Atlantik.

Verschiedene Bauwerften 

Grundtyp - England    135 Stück         Kanada  79 Stück 

verbessert - England     10 Stück        Kanada 42 Stück         = 266 Stück gesamt 

gebaut in den Jahren 1940 - 1944  

 

Im Laufe des Krieges wurde die Flower-Klasse mit verschiedener Ausrüstung und Bewaffnung ausgeliefert und eingesetzt. 

 

Abmessungen 

Typverdrängung:        925 t  -1031 t 

Länge über alles         62,5 - 63,5 m 

Einsatzverdrängung:              1179 t 

Breite                                 10,1 m  

Tiefgang                       4,1 - 4,8 m 

 

Besatzungsstärke 

als Walfänger:                 ca.23 Mann  

als Geleitschutz-Korvette: ca.85 / 96 - 109  Mann 

 

Maschine 

2x Einender-Zylinderkessel  

1x 4-Zylinder-Dreifachexpansionsmaschine  

1 Welle / Schraube 

Leistung 2021 kW - 2750 PS 

Brennstoffvorrat - 234 t 

 

Geschwindigkeit/Fahrbereich 

16 kn  Höchstgeschwindigkeit 

2.996 sm - 12 kn /  2.284 sm - 16 kn 

 

Grundbewaffnung 

1x 10,2 cm 

1x   4,0 cm 

2x 12,7 mm 

+ verschiedene Schnellfeuerwaffen 

 

U-Abwehr-Waffen 

U-Jagd-Patronenwerfer  Hedgehog  (ab Juni 1941 nachgerüstet) 

Wasserbomben 25-50  (über 2 Abwurfschienen + 4 Wabowerfer)

Ausschnitte aus der Literatur (2 / 3 / 4 / 5 / 6)

  

09.-20.10.1940 (3

In der Literatur wird Blue-Bell am 17.10. 1940 zum Schutz des Konvoi SC7 erwähnt.

U 48 meldet diesen Konvoi an den B. d. U. der darauf einen Vorpostenstreifen mit

U 46, U 99, U 100, U 101 + U 123, bildet. 16 Schiffe von 30 werden versenkt. 

U 99 - Kaleu Otto Kretschmer - allein versenkt 6 Schiffe. 

 

10.-17.3.1941 (3

Nordwestlich des Nordkanals sichtet U 110 den einlaufenden Konvoi HX. 112 mit 

41 Schiffen. Es werden 4 U Boote angesetzt. Der Konvoi wird von der EG 5 

(5th Escort Group) gesichert – Blue-Bell - gehört dazu. U 99 + U 100 werden von der EG 5 versenkt. U 99 versenkte aus diesem Geleit noch 6 Schiffe.

 

6.-23.12.1941 (3, 5

Bei dem Versuch von U 208 die Straße von Gibraltar am 11.12.1941 zu passieren, wird es auch von Blue-Bell mit Wasserbomben bekämpft und im Quadrat CG 9475 auf  350 51`N / 070 45`W versenkt. Es gab keine Überlebende bei U 208.

 

September 1942 Konvoi PQ 18 (4

Blue-Bell läuft an Backbord in der Außensicherung hinter dem Zerstörer Faulknor in der 2. Nahsicherung. Am 13.09. entwickelt sich der große Torpedoangriff. Bei diesem Angriff wurde eine J 88 unter Wirkungsfeuer genommen als sie aus den Reihen der Handelsschiffe kommt. Das Flugzeug qualmte und verlor an Höhe. Torpedoflugzeuge flogen in nur 300 m Entfernung zu beiden Seiten der Blue-Bell vorbei.

 

3.-13.2.1945 (2

Am 13.02.1945 wird aus dem Konvoi   JW.64   Loch Ewe – Kola-Fjord - Archangelsk die britische Korvette Denbigh Castle (1.060 t) von U 992 mit einem T-5 angeschossen.

Blue-Bell nimmt die Denbigh Castle auf den Haken und schleppt sie zur Halbinsel Kola.

 

14.-28.2.1945 (2

Am 17.02.1945 versenkt U 711 die Blue-Bell im Nord-West Atlantik im Quadrat  AC 8942 aus dem Konvoi RA.64  Kola-Fjord – Loch Ewe. Bei der Versenkung kam bis auf einen Mann die gesamte Besatzung ums Leben.

 

 

 

Dies ist nur ein Ausschnitt aus den Einsätzen eines „kleinen Schiffes“ und seiner Besatzung.  

Sie wurden nicht oft namentlich genannt, sondern arbeiteten im Stillen, und erfüllten ihre schweren und strapaziösen Aufgaben .  

 

Eine heutige moderne Korvette der Deutschen Marine (Braunschweig-Klasse Typ K 130) hat eine Länge von 89,12 m, eine Breite von 13,28 m und einen Tiefgang von 3,3 m.

Mit einer Maschinenleistung von  20.100 PS erreicht sie ca. 26 kn. 

Mit diesen Daten kommt sie auf 1.840 t und wird mit einer Stammbesatzung von 58 Personen gefahren. (6

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Quellen: 

1) Kriegschiffe von 1900 bis heute / Buch und Zeit Verlagsgesellschaft mbH-Köln 1979 

2) Clay Blair – Der U-Boot Krieg – Verlagsgruppe Weltbild GmbH, Augsburg   /  Dörfler – Der U-Boot-Krieg im Atlantik 

3) J. Rohwer / G. Hümmelchen – Chronik des Seekrieges 1939 - 45  Pawlak – Verlag 

4) Die Geschichte des Konvoi PQ 18   - Peter C. Smith  - Motorbuch Verlag 

5) Die Boote im Netz - Günter Böddeker - Weltbild Verlag 

6) Presse- und Informationszentrum Marine  11. Auflage